Schlagwort-Archive: Recht

Zur Frage der Entschädigung

Christiane Völling ist 1959 mit AGS bei xx-chromosomalem Geschlecht zur Welt gekommen. Ihr wurde das männliche Geschlecht zugewiesen. 2009 zog sie wegen der an ihr vorgenommen chirurgischen Eingriffe und medizinischen Behandlungen, die ohne vorige Aufklärung und ausreichende Diagnostik stattfanden, mit einer Schadensersatzklage vor Gericht. In diesem Artikel erläutert sie die eigenen Erfahrungen sowie die dadurch entstanden Folgen und geht auf Möglichkeiten ein, zwischengeschlechtliche Menschen, denen Unrecht widerfahren ist, zu entschädigen.

Der Begriff „Intersexuelle Menschen“ beschreibt eine Gruppe von Menschen, die wegen ihrer angeborenen individuellen geschlechtlichen Realitäten und ihrer Entwicklung scheinbar besonders ist. Dabei erkennt man, wenn man genauer hinsieht, dass sich doch: Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Lebensqualität, Medizinische Eingriffe, Vernetzung & Hilfe

Entschädigungen für Eingriffe bei intersexuellen Minderjährigen aus rechtlicher Sicht

Hans Christian Wilms ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe „Demokratische Legitimation ethischer Entscheidungen“ am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. In diesem Artikel bespricht er die gegenwärtige rechtliche Situation zwischengeschlechtlicher Menschen mit Blick auf Entschädigungen für irreversible chirurgische Eingriffe in die körperliche Integrität von intersexuellen Kindern.

Die Frage der Entschädigung ist auf juristische und politische Weise unterschiedlich zu beantworten. In den meisten Fällen wird keine rechtliche Verpflichtung der Entschädigung bestehen, sowohl was die Rolle von Eltern, Ärzten, Wissenschaftlern als auch des Staates betrifft. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung

Von Eltern- und Kinderrechten

Dr. Angela Kolbe erklärt im Interview, welche rechtlichen Schritte zur Verbesserung der Situation von intersexuellen Menschen angegangen werden müssten. Die drei zentralen und zu diskutierenden Punkte sind dabei die Verwirklichung der Rechte des Kindes auf Selbstbestimmung und Unversehrtheit, das Maß an Entscheidungsfreiheit von Eltern sowie die Änderung des Personenstandsrecht.


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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe, Personenstandsrecht

Das Geschlecht als anthropologische Konstante

Dr. Sonja Rothärmel schildert im Interview, wie wichtig die Schaffung sozialer Räume in der jetzigen bipolaren Geschlechterordnung der Gesellschaft ist. Sie geht daneben auf die Möglichkeiten der Einführung eines dritten Geschlechts ein, hält die “Abschaffung” der Geschlechterordnung jedoch für weniger sinnvoll und fordert einen ausgewogeneren Dialog über das Thema Intersexualität mit betroffenen Menschen.


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Themenschwerpunkt: Allgemein, Medizinische Eingriffe, Personenstandsrecht

Jenseits von Mann und Frau – Anhörung des Deutschen Ethikrates zum Thema Intersexualität

PRESSEMITTEILUNG 07/2011

Berlin, 10. Juni 2011

Dürfen zwischengeschlechtlich geborene Kinder medizinisch vereindeutigt werden? Viele Betroffene im Erwachsenenalter beklagen die für sie belastenden Folgen solcher meist irreversibler Eingriffe und fordern deren Verbot. Im Zuge der öffentlichen Anhörung des Deutschen Ethikrates am 8. Juni 2011 in Berlin wurden ethische, medizinische, rechtliche, psychologische und gesellschaftliche Fragen im Umgang mit Intersexualität lebhaft und kontrovers diskutiert. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Integration & Diskriminierung, Lebensqualität, Medizinische Eingriffe