Schlagwort-Archive: Medizin

„Deshalb würde ich nie von Heilen sprechen“

Dr. med. Patricia G. Oppelt leitet seit 2005 die Spezialambulanz für Kinder- und  Jugendgynäkologie an der Universitäts-Frauenklinik Erlangen. Ihre Fachgebiete sind hormonelle Störungen von Kindern und Jugendlichen sowie genitale “Fehlbildungen” im Kindes- und Jugendalter, unter anderem in Bezug auf spätere Fertilität und Endometriose. In diesem Interview berichtet sie darüber, wann sie medizinische Eingriffe bei intersexuell geborenen Kindern für notwendig hält und wann davon abzuraten ist. Außerdem geht sie darauf ein, warum eine Weiterentwicklung der Behandlungsrichtlinien für intersexuelle Menschen nötig ist.

Frau Oppelt, inwiefern setzen Sie sich mit der Thematik Intersexualität auseinander?
Patricia Oppelt: Im Rahmen der Leitung der Spezialambulanz Kinder- und  Jugendgynäkologie sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der hiesigen Kinder- und Jugendklinik, mit dem Leiter für Endokrinologie und Diabetologie Prof. Dr. Helmuth-Günther Dörr, betreuen wir Mädchen mit unterschiedlichen Ausprägungen der Intersexualität, insbesondere in Hinblick auf ihre Identifikation als Frau und die entsprechenden körperlichen Ausprägungen, dem intersexuellen Genital. Darüber hinaus habe ich bei verschiedenen wissenschaftlichen Symposien und Vorträgen die Ätiologie von genitalen Fehlbildungen und deren Therapieformen dargestellt. In meiner Habilitation beschäftige ich mich mit dem Thema genitale Fehlbildungen und Möglichkeiten der Fertilität bzw. Reproduktion. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Medizinische Eingriffe

Zur Frage der Entschädigung

Christiane Völling ist 1959 mit AGS bei xx-chromosomalem Geschlecht zur Welt gekommen. Ihr wurde das männliche Geschlecht zugewiesen. 2009 zog sie wegen der an ihr vorgenommen chirurgischen Eingriffe und medizinischen Behandlungen, die ohne vorige Aufklärung und ausreichende Diagnostik stattfanden, mit einer Schadensersatzklage vor Gericht. In diesem Artikel erläutert sie die eigenen Erfahrungen sowie die dadurch entstanden Folgen und geht auf Möglichkeiten ein, zwischengeschlechtliche Menschen, denen Unrecht widerfahren ist, zu entschädigen.

Der Begriff „Intersexuelle Menschen“ beschreibt eine Gruppe von Menschen, die wegen ihrer angeborenen individuellen geschlechtlichen Realitäten und ihrer Entwicklung scheinbar besonders ist. Dabei erkennt man, wenn man genauer hinsieht, dass sich doch: Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Lebensqualität, Medizinische Eingriffe, Vernetzung & Hilfe

Wenn die Grenzen verwischen

Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt, stellvertretende Direktorin des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, spricht im Interview über die unterschiedlichen Definitionen von Intersexualität und erklärt, warum sie keine Befürworterin der Einführung eines dritten Geschlechts ist. Außerdem plädiert sie für eine Änderung der Behandlungsrichtlinien von intersexuellen Menschen und für Studien, die erforschen, ob diese Änderungen auch eine Verbesserung der Situation von Menschen mit Intersexualität zur Folge haben.


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Themenschwerpunkt: Lebensqualität, Medizinische Eingriffe, Personenstandsrecht

Kinder haben Rechte

Prof. Dr. Claudia Wiesemann ist Direktorin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen. Sie forscht zu Kinderrechten in der Medizin. In diesem Artikel beschäftigt sie sich mit den Rechten von Kindern, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen. In ihrem Artikel bezieht sie sich auf die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die bereits im Jahr 1989 verabschiedet wurde.

Kinder haben Rechte, auch in der Medizin. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1989 fordert ein Recht jedes Kindes auf körperliche Unversehrtheit, auf bestmögliche Förderung seiner Interessen, familiäre Unterstützung, freie Meinungsäußerung und Teilhabe an Entscheidungen, von denen es selbst betroffen ist. Deutschland ratifizierte diese Konvention 1992. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe

Von Eltern- und Kinderrechten

Dr. Angela Kolbe erklärt im Interview, welche rechtlichen Schritte zur Verbesserung der Situation von intersexuellen Menschen angegangen werden müssten. Die drei zentralen und zu diskutierenden Punkte sind dabei die Verwirklichung der Rechte des Kindes auf Selbstbestimmung und Unversehrtheit, das Maß an Entscheidungsfreiheit von Eltern sowie die Änderung des Personenstandsrecht.


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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe, Personenstandsrecht