Schlagwort-Archive: Diskriminierung

„Intersexualität anerkennen statt auszulöschen“

Dr. Katinka Schweizer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Diplom-Psychologin am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und redaktionelle Mitarbeiterin der Zeitschrift für Sexualforschung. In diesem Artikel beschreibt sie verschiedene Voraussetzungen, die nach ihrer Erfüllung zur Verbesserung der Lebensqualität intersexueller Menschen beitragen könnten und schildert, welche Bedeutung die Ausbildung einer eigenen Geschlechtsidentität dabei hat.

Die Vertiefung der kontroversen Thematik im Umgang mit Intersexualität durch den Deutschen Ethikrat ist zu begrüßen. Insbesondere die Ermöglichung des Dialogs zwischen Angehörigen verschiedener Berufsgruppen, Disziplinen, gesellschaftlichen Gruppen und Experten in eigener Sache ist bemerkenswert. Dies ist nicht selbstverständlich und insofern schon jetzt bedeutungsvoll, da das Sprechen über intersexuelle Phänomene lange nicht stattgefunden hat, oft begrenzt auf den medizinischen Diskurs war oder aufgrund von Sprach- und Verständigungsbarrieren immer wieder unterbrochen oder vorzeitig beendet wurde. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Lebensqualität, Medizinische Eingriffe

Die Diskussion aus den gesellschaftlichen Höhlen holen

Dr. Michael Wunder ist Diplom Psychologe, Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg und Mitglied im Deutschen Ethikrat. In seinem Artikel diskutiert er die derzeitige gesellschaftliche Situation zwischengeschlechtlicher Menschen, geht auf umsetzbare Möglichkeiten ein, die deren Lebensqualität verbessern können und erklärt, welch große Welten zwischen scheinbar ähnlichen Begrifflichkeiten liegen.

„Bist Du ein Junge oder ein Mädchen?“ wurde ein Kind in der Kita gefragt. Das Kind  war durch sein besonders hohes Springen auf dem Trampolin aufgefallen. „Ich bin beides“, war die Antwort des Kindes und die anderen Kinder staunten und fragten, ob das denn möglich sei. Das Kind ist intersexuell zur Welt gekommen und wurde im Geschlecht eines Mädchens erzogen. Als die Mutter den Kindern versicherte, dass dies möglich sei, waren sie zufrieden und gingen zum nächsten Thema über – so von der Mutter auf der Öffentlichen Anhörung des Ethikrates am 8. Juni 2011 berichtet. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Integration & Diskriminierung, Lebensqualität, Vernetzung & Hilfe

Jenseits von Mann und Frau – Anhörung des Deutschen Ethikrates zum Thema Intersexualität

PRESSEMITTEILUNG 07/2011

Berlin, 10. Juni 2011

Dürfen zwischengeschlechtlich geborene Kinder medizinisch vereindeutigt werden? Viele Betroffene im Erwachsenenalter beklagen die für sie belastenden Folgen solcher meist irreversibler Eingriffe und fordern deren Verbot. Im Zuge der öffentlichen Anhörung des Deutschen Ethikrates am 8. Juni 2011 in Berlin wurden ethische, medizinische, rechtliche, psychologische und gesellschaftliche Fragen im Umgang mit Intersexualität lebhaft und kontrovers diskutiert. Weiterlesen

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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Integration & Diskriminierung, Lebensqualität, Medizinische Eingriffe

Lebensqualität, gesellschaftliche Situation und Perspektiven

Im Forum 2 am Nachmittag der öffentlichen Anhörung zur Situation von Menschen mit Intersexualität wurden die Themen Lebensqualität, gesellschaftliche Situation und Perspektiven von Menschen mit Intersexualität behandelt. Es sprachen die Experten Dr. iur. Angela Kolbe, PD Dr. phil. Michael Groneberg und Dr. phil Katinka Schweizer sowie die Betroffenen und in Intersexuellenverbänden Engagierten, Ins A Kromminga und Daniela Truffer.

Sie finden hier das Statement von Ins A Kromminga von der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen. Ins A Kromminga sprach vor allem über die Ausgrenzung und Diskriminierung von Intersexuellen sowie die Behandlung dieses Themas in Politik und Gesellschaft.

Alle Audiomitschnitte finden Sie hier.

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Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Integration & Diskriminierung, Lebensqualität, Medizinische Eingriffe

Behandlung, Indikation und Einwilligung

Nachdem Michael Wunder Experten, Betroffene und das Publikum auf der öffentlichen Anhörung begrüßt hatte, gaben die Experten Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt, Prof. Dr. med. Paul-Martin Holterhus und Dr. iur. Sonja Rothärmel sowie die Betroffenen Lucie Veith, die sich im Verein Intersexuelle Menschen engagiert, und Diana Hartmann wie auch die Vertreterinnen von Elterninitiativen Julia Marie Kriegler und Biance Claße ihre Stellungnahmen zum Thema medizinische Behandlung, Indikation und Einwilligung zum Besten. Nach den Redebeiträgen der Sprecher folgten die Befragungen durch den Ethikrat und das Publikum.

Hier finden Sie die Stellungnahme von Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt, Stellvertretende Direktorin des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die bei ihrem Redebeitrag grundsätzliche Aspekte zum Thema Intersexualität ansprach.

Eine Übersicht über alle Redebeiträge sowie die Audiomitschnitte finden Sie hier.

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Themenschwerpunkt: Allgemein, Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe, Vernetzung & Hilfe