Blog-Archive

Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zur Pressemitteilung von „zwischengeschlecht.org“ vom 19.07.2011

In der Pressemitteilung vom 19.07.2011 stellt die Organisation „zwischengeschlecht.org“ verschiedene Behauptungen im Zusammenhang mit dem Online-Diskurs des Deutschen Ethikrats auf. Der Deutsche Ethikrat stellt hierzu im Einzelnen folgendes fest:

Behauptung von „zwischengeschlecht.org“:

„Dass nun der Ethikrat aus diesem “Diskurs” ausgerechnet die verwundbarste (und größte) Betroffenengruppe willkürlich ausschließt und zensiert, …“

Stellungnahme:

Aus dem Online-Diskurs zur Intersexualität wurde bislang kein registrierter Nutzer ausgeschlossen. Aufgrund beleidigender und rufschädigender Behauptungen in seinen Kommentaren wurde ein Nutzer des Dialogs von der Redaktion zunächst gebeten, solche Äußerungen zu unterlassen. Da er dies nicht berücksichtigt hat, wurden die entsprechenden Kommentare, wie in den für alle Nutzer verbindlichen Nutzungsbedingungen festgelegt, vollständig aus dem Diskurs gelöscht. Kommentare dieses Nutzers ohne beleidigenden Inhalt wurden im übrigen nicht gelöscht und sind weiterhin einsehbar. Der Nutzer selbst hat die Redaktion ausdrücklich darum gebeten, über neue Kommentare nicht mehr informiert zu werden und mitgeteilt, dass er sich nicht weiter am Dialog beteiligen wollte und dies auch im Online-Diskurs durch einen entsprechenden Kommentar dokumentiert. Auf weitere Nachrichten des Nutzers an die Redaktion wurde seither nicht mehr reagiert. Weiterlesen

Kommentare deaktiviert

Themenschwerpunkt: Allgemein

Eine erste Einschätzung

Nach der öffentlichen Anhörung zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland am 8. Juni 2011, erlaubt sich der Deutsche Ethikrat aus der Sicht der beteiligten Ratsmitglieder eine erste Einschätzung. Die beeindruckenden Schilderungen der persönlichen Erfahrungen der Betroffenen und der Angehörigen von Betroffenen werden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit des Ethikrates sein.


Desweiteren hat nach dem Eindruck der beteiligten Ethikratsmitglieder die Anhörung vor allem folgendes ergeben: Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. Hier scheint es einen Konsens darüber zu geben, dass irreversible medizinische Eingriffe zur Geschlechtszuweisung so lange wie möglich hinausgeschoben werden müssen. Ob dies gesetzlich oder über ärztliche Richtlinien geregelt werden sollte, wird von den verschiedenen Debattenteilnehmern unterschiedlich beurteilt. Es wurde aber auch zu bedenken gegeben, dass es Einzelfälle geben kann, in denen irreversible Eingriffe aus dringenden gesundheitlichen Gründen früh, wenn das Kind noch nicht einwilligungsfähig ist, erforderlich sind und dann ausnahmsweise möglich sein müssen. Das alles macht es nötig, die Grenzen so klar wie möglich zu definieren, was schwierig ist und sorgfältiger Auseinandersetzung bedarf. Weiterlesen

33 Kommentare

Themenschwerpunkt: Allgemein, Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe, Personenstandsrecht

Jenseits von Mann und Frau – Anhörung des Deutschen Ethikrates zum Thema Intersexualität

PRESSEMITTEILUNG 07/2011

Berlin, 10. Juni 2011

Dürfen zwischengeschlechtlich geborene Kinder medizinisch vereindeutigt werden? Viele Betroffene im Erwachsenenalter beklagen die für sie belastenden Folgen solcher meist irreversibler Eingriffe und fordern deren Verbot. Im Zuge der öffentlichen Anhörung des Deutschen Ethikrates am 8. Juni 2011 in Berlin wurden ethische, medizinische, rechtliche, psychologische und gesellschaftliche Fragen im Umgang mit Intersexualität lebhaft und kontrovers diskutiert. Weiterlesen

25 Kommentare

Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Integration & Diskriminierung, Lebensqualität, Medizinische Eingriffe