Zur Frage der Entschädigung

Christiane Völling ist 1959 mit AGS bei xx-chromosomalem Geschlecht zur Welt gekommen. Ihr wurde das männliche Geschlecht zugewiesen. 2009 zog sie wegen der an ihr vorgenommen chirurgischen Eingriffe und medizinischen Behandlungen, die ohne vorige Aufklärung und ausreichende Diagnostik stattfanden, mit einer Schadensersatzklage vor Gericht. In diesem Artikel erläutert sie die eigenen Erfahrungen sowie die dadurch entstanden Folgen und geht auf Möglichkeiten ein, zwischengeschlechtliche Menschen, denen Unrecht widerfahren ist, zu entschädigen.

Der Begriff „Intersexuelle Menschen“ beschreibt eine Gruppe von Menschen, die wegen ihrer angeborenen individuellen geschlechtlichen Realitäten und ihrer Entwicklung scheinbar besonders ist. Dabei erkennt man, wenn man genauer hinsieht, dass sich doch:

1. Jeder Mensch individuell entwickelt.
2. Jede menschliche Varianz besonders ist.
3. Dass es mehrere menschliche Ausprägungen gibt, die sich wieder zu mehreren „Normgruppen“ zusammenfassen lassen, ich nenne es mal „geschlechtliche Normgruppen“. Eine solche Gruppe ist die Gruppe „Intersexuelle Menschen“. Unter diesem Begriff werden verschiedene sehr kleine „Normgruppen“ subsumiert.

Es gibt Menschen mit starkem Haarwuchs, Menschen mit dünnen Haaren und solche, die keine Haare haben. Wir kennen Menschen mit blauen, braunen, grauen, grünen, schwarzen und sogar unterschiedlichen Augen. In unserem Kulturkreis werden Menschen geboren mit weißer Haut, Menschen mit bronzenem und dunklem Hauttyp. Alle genießen den gleichen staatlichen Schutz der Unverletzlichkeit ihrer Würde, der körperlichen und psychischen Unversehrtheit, alle dürfen frei glauben, frei reden, frei denken, sie dürfen sein wie sie sind, ja, auch ihre Identität ist geschützt. Alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz und für alle Menschen gelten die gleichen Regeln, solange sie sich an die Regeln halten (und die intersexuellen Menschen, die ich kenne, halten sich an diese Regeln). Der Staat wacht über die Einhaltung der Regeln.

Dass diese Regeln des Schutzes gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen offenbar nicht eingehalten wurden, und das ist das Bemerkenswerte, dass es immerhin mehr als 90 Prozent der Gruppe der “Intersexuellen Menschen“ sind, bei denen die staatliche Kontrolle und die Regeln des Anstandes, der guten Sitte, der Standesrechte, der Schutzpflichten des Staates und des Grundgesetzes Artikel 1 bis 3 keine Anwendung fanden und dies zudem einen Berufszweig schützt, ist Indiz genug, hier von struktureller Fehlleistung und Gewalt zu sprechen.

Die staatliche Ordnung soll nun wieder hergestellt werden, der Dialog mit der Gruppe der intersexuellen Menschen ist ein guter Anfang.

Die Opfer der Vergangenheit sind für das Leid, die Pein und das genommene Recht zu entschädigen. Entscheidend ist, dass die Schäden irreversibel sind, nicht mehr umkehrbar. Was ist ein Leben wert?

 

Wie könnte diese Entschädigung aussehen?

Will die Gesellschaft und allen voraus die Bundesrepublik Deutschland den Opfern weiteres Leid durch die Demütigung jahrelanger Prozesse durch die Instanzen zumuten? Die Täter schützen, damit sie weiterhin die Opfer verhöhnen? Akten und Patienteninformationen vorenthalten, bis die Verjährungen greifen? Sollen die Opfer die Risiken und Kosten für jahrelangen Rechtsstreit durch die Instanzen, der zudem das deutsche Gerichtssystem belastet und viel Geld kostet , aufgebürdet werden?

Vielen intersexuellen Menschen ist dies gar nicht möglich, weil die Schäden so schwer sind, dass sie weder aus eigener Kraft noch aus eigenen Finanzmitteln einen solchen Prozess durchstehen könnten. Wer ist in der Lage den Opfern beizustehen? Welchen Gesichtsverlust wird unser Land für Jahre hinnehmen?  Wer wird einem Arzt noch trauen? Wo bleibt die Verantwortung des Staates, dass er diese Menschenversuche bis heute zulässt?

Und noch ein offenes Wort: Wenn ein Opfer, das sich aus der Opferrolle befreit hat, wieder Opfer wird – ist dem alles zuzutrauen.

Mein Leben sah vor meinem Zivilprozess mit all den Schäden hoffnungslos aus. Der Prozess war ein Befreiungsschlag.

Durch die rechtswidrige Kastration aller meiner gesunden, vollständig angelegten inneren weiblichen Geschlechtsorgane habe ich den Totalverlust meines gesamten weiblichen Lebens, physisch, psychisch, sozial und rechtlich zu beklagen. Darüber hinaus stellt das mir dafür ersatzweise aufgezwungene, scheinbar männliche Leben, das „Mann-Sein-Müssen“ kein Ausgleich, sondern eine zusätzliche Schädigung dar.

Die an mir vollzogene medizinische Behandlung ist somit als der unaufgeklärte und unkontrollierte Menschenversuch einer völligen Geschlechtsumkehr von weiblich nach männlich zu bewerten.

Schäden hervorgerufen durch die rechts-und sittenwidrige Kastration:

1. Abrupter und lebenslänglicher Totalausfall meiner körpereigenen Hormonproduktion
2. Vorzeitiges Eintreten und lebenslänglich anhaltende klimakterische Störungen, eine sich daraus ergebene Labilität des vegetativen Nervensystems in Form von z. B. Hitzewallungen, Stimmungslabilität, Depressionen, Schlafstörungen, Tachykardien, vorzeitiger Osteoporose
3. lebenslängliche Medikamentenabhängigkeit
4. schweres Kastrationstrauma mit nicht absehbaren, nicht einschätzbaren psychischen Langzeitfolgeschäden
5. Verlust meiner Fortpflanzungsfähigkeit und daraus resultierende psychische Schäden in Form von z. B. Depressionen, Schlafstörungen, Minderwertigkeitskomplexen
6. Verlust meiner Sexualität und somit ein Leben in Einsamkeit.

Irreversible Folgen der unaufgeklärten, paradoxen jahrzehntelangen hoch dosierten Testosterongabe, ermöglicht durch die zuvor durchgeführte Zwangskastration und vorsätzlichen Falschaufklärung:

1. Schädigung der Schilddrüse (Autoimmun-Thyreoiditis)
2. Schädigung der Hypophysen- und Hirntätigkeit, chronische Hirnstoffwechselveränderungen
3. Schädigung der Knochen, Knochenveränderungen
4. Störung des körperlichen Empfindens (insbes. Temperatur)
5. Entwicklung einer typisch männlichen Körperbehaarung, männlicher Bartwuchs
6. androgenbedingter Verlust meines kompletten Kopfhaares
7. Vermännlichung meiner ehemals weiblichen Stimme
8. Heranzüchtung von männlichen Gesichtszügen und eines männlich aussehenden Körperbaus bei weiblichen Anlagen, dadurch totale Zerstörung meiner verbliebenen weiblichen Ressourcen
9. Verstärkung der bereits durch die Kastration eingetretenen, irreversiblen Störungen der Stoffwechselfunktionen mit entsprechenden Organveränderungen, Störungen des Immunsystems mit erhöhter Infektanfälligkeit, Anämie
10. chirurgische vermännlichende Genitalkonstruktion zum Aufbau eines künstlichen Penoids, daraus resultierende weitere irreversible Schädigungen in Form von chronischen, fast antibiotikaresistenten Harnwegsinfekten, Blasenentleerungsstörungen, Stenosen- und Narbenbildungen
11. Verlust meines angeborenen Geschlechtsempfindens und –verhaltens

Die Folgen aus dem obig Gesagten sind eine stark reduzierte Lebensqualität mit erheblichem Mangel an sozialen Kontakten, eine Verunmöglichung von Beziehungen oder Partnerschaften sowie eine Einschränkung meiner beruflichen Leistungsfähigkeit und einem sich daraus ergebenden Mangel an beruflichen Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten und somit finanzielle Verluste.

Für dieses nicht gelebte Leben, verursacht durch die operative Zwangszuweisung, betrachte ich eine Entschädigung in Höhe von mindestens einer Millionen Euro als angemessen.

Eine staatliche große Lösung hätte Vor- und Nachteile, doch die Vorteile überwiegen für alle Seiten. Und die Chancen auf eine baldige Lösung, auf den Sieg der Wahrheit und eines Friedens birgt sie auch. Der Verein Intersexuelle Menschen e.V. hat im Zusammenhang mit den Parallelberichten zu den Staatenberichten Möglichkeiten aufgezeigt:

Der Staat behält seine Glaubwürdigkeit in seiner Eigenschaft als oberste Macht, ordnende Institution in unserem Staatsgefüge. Er schützt alle und sorgt für einen Ausgleich und Gerechtigkeit. Der soziale Frieden wird in einem Teil wieder hergestellt.

Der medizinische Betrieb (Ärzte, Kliniken, Krankenkassen, Standesverbände) könnte sich in einem vorgegebenen Zeitfenster entlasten, indem er einmalig den Kehraus macht, indem er seinerseits seine Akten sichtet und die Akten intersexueller Menschen in ein Archiv gibt, von wo aus die betroffenen Menschen ermittelt und verständigt werden, dass sie dort ihre Patientenakten einfordern können, aber nicht müssen.

Die Wahrheit käme ans Licht, eine Aufarbeitung wäre möglich. Hier wären auch die Haftungsfragen zu klären.

Eine Rehabilitation der Opfer, die gesellschaftliche Integration der Opfer, eine Einmalzahlung und eine Rentenregelung sind eine Minimalforderung.  Die Schaffung einer Stelle, an die sich Opfer wenden können, besetzt mit einem intersexuellen Menschen, gestützt durch die Bundesministerien, ist anzustreben.

Ich bitte auch zu bedenken, dass diese Menschen einen langen Leidensweg gehen, der lebenslange Wirkung hat. Menschliche Solidarität, ein Stück soziale Sicherheit und die Chance des Aufeinanderzugehens steckt in einer solchen großen Lösung.

Übrigens: Eine Entschuldigung des Staates bei den Opfern ist längst überfällig.

 

Christiane Völling, Betroffene, zog 2009 vor Gericht um Entschädigung für die an ihr durchgeführten irreversiblen Eingriffe und Behandlungen zu fordern. Mehr erfahren Sie hier.

 

 

Foto: flickr/ Eric E Johnson

Themenschwerpunkt: Lebensqualität, Medizinische Eingriffe, Vernetzung & Hilfe

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Weitere Artikel: Jenseits von Mann und Frau – Anhörung des Deutschen Ethikrates zum Thema Intersexualität, Um was es wirklich geht, Das Recht auf Selbstverortung, Das Recht auf Freiheit zur Selbstverortung, „Intersexualität anerkennen statt auszulöschen“,

26 Kommentare zu Zur Frage der Entschädigung

  1. Liebe Christiane,
    ich möchte mich deinen Worten anschließen. Der soziale Friede und die soziale Gerechtigkeit ist wieder her zustellen. Nur eine Entschädigung wird den Opfern die Genugtuung geben, das es auch eine Gerechtigkeit für intersexuelle Menschen gibt. Eine Wiedergutmachung kann es nicht sein, die Körper sind für immer geschädigt.

  2. ETEKAR sagt:

    Liebe Christiane,

    meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus, als ich Deine Zeilen las.

    Wir werden es schaffen, von diesem Staat, den Wert für unser Leben zu erzwingen, den es besaß, als wir geboren wurden: 10 Millionen oder aber, dass Ende dieses Staates vor den Augen der Internationalen Völkergemeinschaft einzuläuten!

    ETEKAR

  3. Danke, Christiane!

    Ich finde es bezeichnend, dass Betroffene die einzigen sind, die zu dieser Frage Klartext reden, während die vom Ethikrat bestellten juristischen “Experten” Sonja Rothärmel und Hans Christian Wilms uns Betroffene einmal mehr nur beleidigen, demütigen und verletzen, indem sie behaupten, das uns Angetane sei kein Unrecht, sondern die Verstümmelungen seien im Gegenteil sogar Recht gewesen und wir Opfer sollen uns folglich doch nicht so anstellen.

  4. Reno sagt:

    Seit ich 2 Jahre alt war, weiß ich wer ich bin, ein Hermaphrodit. Jedoch bin ich unauffällig. Ich wusste es aber und dachte immer, jeder schwindelt mich an, absichtlich. Ich dachte, so blöd kann doch keiner sein, nicht zu erkennen, was ich wirklich bin. In der Schule weigerte ich mich, das zu lernende zu lernen. In der 2. Klasse wurden uns dann Bilder von einer nackten Frau und einem nackten Mann gezeigt! Dazwischen gab es nichts. Obwohl ich immer an der Wahrheit festhielt, konnte ich es erst mit 29 Jahren beweisen. Ich hab die Anderen überall gesucht, wäre aber niemals drauf gekommen, dass sie als krank in der Schublade der Missgeburten zu finden sind. Ich hatte jedoch immer Angst, dass ich auffalle und ich dann von der Polizei oder so umgebracht werde, da ich annahm, dass sie alle getötet worden sein müssen. Erst als 2. Möglichkeit dachte ich, dass sie womöglich Selbstmord begangen haben.

    Ich habe so sehr gelitten, hatte immer so viel Angst um mich und die Anderen. Was mir und ihnen angetan wurde ist ja wohl das Schlimmste, was man sich vorzustellen vermag. Menschen wie ich sollten, aber Sie müssen entschädigt werden. Nicht von den Ärzten, sondern vom Staat, der für die Rahmenbedingungen diese “Behandlung”, das Belügen all dieser Menschen, die versuchten “Umwandlungen” das nichts anderes als Gehirnwäsche und Verstümmelung/Kastration ist, verantwortlich ist.

    Jeder, der aufgrund von Gesetzen so unfrei und versklavt ist, dass er nicht sagen kann, was er ist, ist ein Überlebender der unaufhaltsamen Auslöschung von Hermaphroditen. Wir werden totgeschwiegen, sind nur noch ein Mythos. Ausgelöscht, jetzt sind wir kranke Männer oder kranke Frauen. Die auffälligen wurden geholt und sofort zwangskastriert, das ist die Endlösung, eine Zukunft ohne Hermaphroditen. Wer das nicht so sieht, hat sein Gehirn noch nie zum denken benutzt.

    Das sind die Tatsachen, da das Urteil über uns vor langer Zeit gefällt wurde und somit müssten alle Überlebenden, wenn nicht sogar die Hinterbliebenen der bereits Toten, entschädigt werden. Ich denke jeden Tag an Sie und wünsche mir, dass das Unrecht ein Ende hat und die Toten dieses Genozids ein Denkmal erhalten, bevor noch mehr sterben. Für Ihre Ehre und damit so etwas nie wieder geschieht. Es sollte diesem Staat und jedem anderen auf diesem Planeten eine heilige Pflicht sein.

  5. Helga sagt:

    Ich hab auch erst mit 48 Jahren von meiner Intersexualität erfahren, obwohl dies bereits 30 Jahre zuvor den Ärzten bekannt war. Ich fiel anschließend in ein tiefes Loch aus dem ich mich bis heute noch nicht befreit habe. Mein ganzes Leben haben mich Ärzte belogen – meine Identität wurde mir vorenthalten, ich wurde genital operiert und das ohne wahre Diagnose – ich finde das zum Kotzen!

  6. Nachhaker sagt:

    Mich haben die Ärzte ebenfalls über meine Intersexualität belogen, obwohl sie denen von Anfang an bekannt war und mich als “Transsexuelle” psychopathologisiert, was sie bis heute und vor Gericht tun.

    Erst durch das Studium der Fachliteratur habe ich erfahren, das bei angeblich “Transsexuellen” im Grunde dieselben Ursachen vorliegen wie bei Zwittern mit ausgeprägtem intersexuellen Genitale.
    Mit Hilfe einer genetischen Untersuchung konnte ich das beweisen. Die Instanzen-Gerichte haben die Beweise sowie die vorgelegte Fachliteratur einfach ignoriert. Obwohl den Gutachtern anhand der von diesen selbst eingeführten Literatur nachgewiesen werden konnte, dass dort das genaue Gegenteil von ihrem Sachvortrag vor Gericht drin stand, stützten die Gericht ohne jede Überprüfung Ihre Klageabweisungen auf die mit Fach-Literatur widerlegten Aussagen dieser Gutachter. Verletzung rechtlichen Gehörs und Verletzung des Willkürverbots nennt man das.

    So wird in Deutschland Recht gesprochen. Es ist einfach zynisch, unter diesen Voraussetzungen die Geschädigten auf den Zivilprozess zu verweisen.

    Mein Prozess läuft übrigens seit dem Jahr 2002, 1995 sind das erste Mal Anwälte an die Beklagten herangetreten, leichtfertigerweise, da damals keinerlei Kenntnis vorlag. Aber man soll sich ja diesen tollen Helden aus der Anwaltschaft ausliefern.
    Es ist nicht sicher, dass ich das Ende des Verfahrens noch miterlebe.

  7. C.LARA sagt:

    Nachhaker,Sie schrieben am 22.Juli 2:43
    „Was allerdings nicht möglich ist, ist die Diagnose der sexuellen Identität. Es gibt zwar Korrelationen zwischen einzelnen Ursachen von Zwittrigkeit und der Geschlechtsidentität, aber von der kompletten Androgenresistenz abgesehen, kein zwangsläufiges Auftreten einer bestimmten Geschlechtsidentität bei einer bestimmten Ursache von Intersexualität.“ Und
    16:16
    „Dabei siehe insbesondere die komplette Androgenresistenz, bei der unabhängig vom genetischen Geschlecht immer weibliche sexuelle Identität vorliegt.“
    Dabei berufen Sie sich auf die Link zur Leitlinie:
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/027-022l_S1_Stoerungen_der_Geschlechtsentwicklung_2010-10.pdf

    Hierzu meine Anmerkungen.
    Ich bin der lebende Gegenbeweis, das Gegenbeispiel und auch einige meiner xy-Frauen Freunde, die keine Östrogene mehr nehmen.
    Ich wurde nicht befragt.
    Ich habe mich vor der Kastration inter, eher männlich gefühlt, danach versucht eine echte Frau zu sein (unter Östrogenen). Seit Selbstbestimmung und Hormonumstellung mit Testosteron und DHEA fühle ich mich selbst wieder und meine Identität ist zu 100% nicht weiblich, sondern intersexuell, eher männlich (wie vor der Kastration) – entgegen der o.g. Studie. Ich bemühe mich auch nicht, der Studie gerecht zu werden.

    Ich habe mich (kastriert unter Östrogeneinfluss) wie eine von den Ratten der Experimente bekannter namhafter Wissenschaftler verhalten. Ja, ich war dann sogar selbst Teil eines uneingewilligten Langzeitexperimentes dieser Art, wie ich 20 Jahre später selbst herausfand. Kastrierte Ratten- und Mäusemännchen verhalten sich nach Gabe von Östrogenen wie weibliche Tiere.
    Weitere Wirkungen unerforscht.

    Menschen leben aber länger und ich möchte weitere Wirkungen dieser Kastration (Experimente mit Östrogenen in XY-Körpern) einmal auflisten:
    Verlust allen Lebenswillens mit dem Tag der Kastration,
    Depressionen,
    Stoffwechselstörungen – Kastratenspeck,
    Osteoporose (trotz Östrogenen),
    Verlust der eigenen Libido,
    Verlust des eigenen Körpergefühls,
    Verlust der Entscheidungsfähigkeit,
    Verlust der Wahrnehmungsfähigkeit für den eigenen Körper (sogar Schlafbedürfnis, Hungergefühl),
    Hormonstörungen des gesamten endokrinen Systems mit Neigung zur Tumorbildung
    Verlust der Identität,
    weitere psychische vom Kastrierten unerwünschte Wirkungen

    Von wegen AIS oder (Blödsinn: CAIS) ist immer weiblich. Schwachsinn ist es. Dieses angeführte Ergebnis scheint für mich ein Ergebnis zu sein aufgrund falscher Grundvoraussetzungen: hier wurden wahrscheinlich kastrierte Menschen unter Östrogeneinfluss befragt.
    Wenn es nicht so wäre, müsste es ja in der Statistik auftauchen. Nachgeschaut ergibt sich, die Befragten sind alle operiert und behandelt. Dann sind sie wohl auch kastriert und unter Östrogeneinfluss, denn das ist die gängige Praxis ( ;-) Gesellschaft wünschte damals doch keine Homosexuellen…, denn das wären einige xy Frauen wohl scheinbar geworden…)

    Es ergeben sich Parallelen zu den angeführten Ratten – und Mäuseexperimenten.
    (Im Übrigen wirken Androgene bei Androgeninsensitiv Syndrom Menschen. )

    Zu Hölle damit. Menschenexperimente.
    Wenn heute Zwitterbabys kastriert werden, hatten die nie eine eigene Geschlechtsidentität und können sich demzufolge auch nicht darüber beklagen, wenn sie einmal groß sind, denn womit wollen sie vergleichen. Es gab kein erinnerbares Vorher. Es wird das diffuse Gefühl geben, dass etwas nicht stimmt.

    Hier haben wir das Ergebnis der Mäuseexperimente. Intersexualität scheint heilbar, wenn der Körper früh genug in der Entwicklung gesteuert wird, dass die Identität sich gar nicht erst herausbildet, oder sie sich verändert, oder sie verschwindet, oder dass der Mensch gleichselbst verschwindet, indem er dem Drama ein Ende setzt.

    Sehr geehrte Professoren, Doktoren A., D., D., D., O., G., B.,S., B.
    und viele andere, die sich um mich gekümmert haben (nach bestem Wissen und Gewissen),

    ICH LEBE NOCH!
    Ich habe SIE überlebt und klage jetzt an.
    Wagen Sie es weiterhin, dann sind Sie juristisch dran.
    Die Zwitter organisieren sich in der Selbsthilfe. Die Vernetzung ist fast perfekt.
    Ich habe SIE überlebt.
    Wer mir schon zuhört? Vertreter der Menschenrechte zum Beispiel.
    Guten Tag.

    • Quinnan sagt:

      Ganz und gar erkennbar! Bravo! Es ist wie eine Büchse der Pandora.

    • Nachhaker sagt:

      Danke für die Antwort.

      Ich habe die Aussagen über eine immer weibliche Geschlechtsidentität bei kompletter Androgenresistenz aus der Literatur.
      Von CAIS-Betroffenen hatte ich dazu bisher nichts gehört.

      Was ich mich allerdings frage, ist, kann ein Mensch mit einer kompletten Androgenresistenz, also wo Androgene gar nicht wirken können, überhaupt überleben?
      Gibt es überhaupt eine komplette Androgenresistenz, oder ist dies ein rein theoretisches Konstrukt?
      Liegt bei denen, bei denen CAIS behauptet wurde, überhaupt wirklich eine völlige Unempfindlichkeit gegenüber Androgenen vor?
      Ich bezweifle das. Ich gehe vielmehr davon aus, dass CAIS eine falsche Diagnose ist und in Wirklichkeit gar nicht vorliegt.

      Ihre Aussage, die CAIS-Patienten seien alle operiert, widerlegt ganz klar das Vorliegen einer CAIS. Demzufolge ist CAIS einmal mehr eine Lüge der Genitalverstümmler.
      Deshalb kann bei diesen Personen genauso wenig wie bei allen anderen eine Prognose über die Geschlechtsidentität abgegeben werden kann.

      Das zeigt einmal mehr, dass diese Menschenrechtsverletzungen auch wissenschaftlich keine Grundlage haben. Ist ja in der Medizin so üblich, Menschenrechtsverletzungen “wissenschaftlich” zu begründen. Und ich versuche, denen den angeblich wissenschaftlichen Boden unter den Füßen wegzuziehen.

      Es sind QUACKSALBER, SCHARLATANE und KINDERSCHÄNDER. Es sind MENSCHENRECHTSVERLETZER und die Öffentlichkeit soll es wissen.

      Und die sollen keine Möglichkeit der wissenschaftlichen Rechtfertigung für Ihr Tun haben.

      mfG

      • Reno sagt:

        Ich denke immer mehr, dass die genau wissen, dass sie lügen. Ich dachte bisher, die wissen es nicht besser, du erklärst es aber so, dass man es versteht, auch wenn man kein Doc ist, deswegen weiß ich jetzt, dass die es auch verstehen und absichtlich lügen, wow. Danke für Deine Beiträge, genial.

        • Nachhaker sagt:

          Ich bin mir da nicht so sicher ob das nun wirklich so genial ist, was ich schreibe.

          Aber wenn es mir gelungen ist, ein wenig den Unrat, der die Sicht verstellt, beiseite zu räumen, dann freue ich mich.

    • skywalker sagt:

      C-LARA
      es wäre gut, wenn du deinen Beitrag nicht löschen lässt. Du schreibst als Gegenentwurf folgendes Zitat:

      “Hierzu meine Anmerkungen.
      Ich bin der lebende Gegenbeweis, das Gegenbeispiel und auch einige meiner xy-Frauen Freunde, die keine Östrogene mehr nehmen.
      Ich wurde nicht befragt.
      Ich habe mich vor der Kastration inter, eher männlich gefühlt, danach versucht eine echte Frau zu sein (unter Östrogenen). Seit Selbstbestimmung und Hormonumstellung mit Testosteron und DHEA fühle ich mich selbst wieder und meine Identität ist zu 100% nicht weiblich, sondern intersexuell, eher männlich (wie vor der Kastration) – entgegen der o.g. Studie. Ich bemühe mich auch nicht, der Studie gerecht zu werden.”

      Dieses Zitat ist wichtig, denn zeigt es doch, dass versucht wird unter Zuhilfenahme von Hormonen eine Geschlechtsidentität zu konstruieren.
      Dies ist eine große Gemeinsamkeit unter sämtlichen Herms, die mir bekannt sind, egal wie sie kategorisiert werden.
      Es verhält sich nämlich auch so bei Herms, die in die CAH Schubade gesteckt werden, Dr. Holterhus hat es in seinen Anmerkungen bei der Anhörung ja auch gesagt, dass eine Geschlechtsidentiät konstruiert wird durch die entsprechende Hormongabe.
      So werden wir alle in eine Leben geschicht, das schlimmstenfalls nicht das unsere ist.
      Ich hoffe die Zeit kommt endlich in der wir frei und aufgeklärt wählen werden wie wir leben möchten.

  8. Reno sagt:

    An C. Lara und Nachhaker,

    Milton Diamond hat meines Wissens mal ein Experiment mit Kaninchen gemacht. Dabei fand er heraus, dass weibliche Hormongaben schon wirken, jedoch nicht für ewig. Die körpereigenen Hormone werden immer stärker sein und übernehmen dann wieder das Ruder. Daher ist es auch logisch, dass sich viele “Transsexuelle” nach ca. 20 Jahren wieder zurückoperieren lassen. Manche Chirurgen in den USA nehmen daher keine Geschlechtsumwandlungen mehr vor, operieren jedoch noch die Rückumwandlungen.

    Auch bei AGS wird immer behauptet, dass wir mit Behandlung zu Madchen werden könnten. Äusserlich sicher auf den ersten Blick, das ist es dann aber auch, mehr Ahnung vom Frausein hat man dadurch aber auch noch nicht. Ich fühle mich eher wie ein schwuler Mann oder ein Transsexueller, der alles versucht um nicht aufzufallen, damit man mich nicht zwingt, die Umwandlung zum Mann zu machen. Ich hätte auch keine Ahnung, wie sich ein Mann fühlt.

    Ich konnte es auch 29 Jahre nicht beweisen und ängstigte mich davor, irgendwann geschnappt zu werden, in der Psychiatrie zu landen und mit Hormonen, Elektroschocks oder der Lobotomie gefoltert zu werden. Wenn selbst das nicht gereicht hätte, um mich zu einer glücklichen Frau zu machen, folgt in meier Vorstellung eben die Todesspritze.

    Aber C. Lara: Zu Hölle damit. Menschenexperimente.
    Wenn heute Zwitterbabys kastriert werden, hatten die nie eine eigene Geschlechtsidentität und können sich demzufolge auch nicht darüber beklagen, wenn sie einmal groß sind. Das sieht man bei manchen Transsexuellen, die eindeutig keine Östrogene produzieren, jedoch im Mutterleib diesen verstärkt ausgesetzt waren, dass diese Menschen durch diese Hormone lebenslang geprägt wurden.

    Aus diesen Gründen sollten Hormonbehandlungen nicht aus zuweisungstechnischen Vorhaben verabreicht werden, nur in seltenen Fällen, wo die Entwicklung verzögert ist, unter Freiwilligkeit der Einnahme durch das direkte Wollen des Menschen.

    Nachhaker: Du forderst, dass sie Dir glauben, wer Du bist, denn nur Du weißt das. Ich weiß auch wer ich bin, solange ich das jedoch nicht mit dem 3. offiziellen Geschlechtseintrag beweisen kann, ist jedes Wort was ich spreche völlig unglaubwürdig und beweis einer psychischen Erkrankung. Vor Gericht so zu stehen, bedeutet, Machtmissbrauch schutzlos ausgeliefert zu sein.

    Der Deutsche Ethikrat sollte darauf vertrauen, dass nur der jeweilige Mensch Angaben über sein Fühlen, seine Existenz machen kann.

    • Nachhaker sagt:

      Sie schreiben:

      “Die körpereigenen Hormone werden immer stärker sein und übernehmen dann wieder das Ruder. Daher ist es auch logisch, dass sich viele “Transsexuelle” nach ca. 20 Jahren wieder zurückoperieren lassen. Manche Chirurgen in den USA nehmen daher keine Geschlechtsumwandlungen mehr vor, operieren jedoch noch die Rückumwandlungen.”

      Hier sind Sie einem Fake aufgesessen. Aufgrund der entfernten Gonaden kommt es niemals dazu, dass die körpereigenen Hormone das Ruder übernehmen, weil sie nicht in solch nennenswerter Menge produziert werden. Und eine Genital-Rückoperaton würde darauf keinen Einfluss haben.

      Sie schreiben weiter:
      “Auch bei AGS wird immer behauptet, dass wir mit Behandlung zu Madchen werden könnten. Äusserlich sicher auf den ersten Blick, das ist es dann aber auch, mehr Ahnung vom Frausein hat man dadurch aber auch noch nicht.”

      Schon John Money hat in einer seiner Arbeiten während sein Experiment an David Reimer lief, festgestellt, dass bei AGS eben nicht nur das Äußerliche durch die Nebennierenhormone verändert ist, sondern auch die Psyche, die Richtung in die man sich verliebt und auch die Geschlechtsidentität. Seine eigenen Erkenntnisse ignorierend hat er das Experiment David Reimer weiter geführt, so lange er konnte.

      Man kann bei überhaupt niemandem die Geschlechtsidentität nach der Gebürt noch ändern, genausowenig wie eine hormonell verursachte Glatzebildung rückgängig gemacht werden könnte. Wenn diese körperlichen Entwicklungen abgeschlossen sind, sind sie nicht zu ändern.
      Ganz abgesehen davon, dass es schon eine ziemlich perverse Form der Verletzung des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung ist, über die Geschlechtsidentität eines anderen Menschen verfügen zu wollen.
      Bei manchen Juristen, die das als medizinische Position akzeptieren wollen, frage ich mich dann schon, ob sie die Vergewaltigung Ihrer Frau durch einen Fremden dann auch als “medizinisch” respektieren.

      Sie schreiben:
      “Ich fühle mich eher wie ein schwuler Mann oder ein Transsexueller, der alles versucht um nicht aufzufallen, damit man mich nicht zwingt, die Umwandlung zum Mann zu machen. Ich hätte auch keine Ahnung, wie sich ein Mann fühlt.”

      Ich wollte immer, seit dem Vorschulalter, lieber ein Mädchen sein. Ich habe bis zu meinem 30. Lebenjahr die Klappe gehalten, um mich nicht dem Risiko einer Psychiatrisierung und “Unterbringung” auszusetzen, da es ja in der DDR weder Zwittrigkeit noch “Transsexualität” gab und man ohne jedes Sicherheitsnetz dastand. Ich hatte Angst.

      Ein Mann und eine Frau fühlt sich im Normalfall überhaupt nicht, weil sie einfach so leben können wie sie sind. Die denken auch nicht über irgendwelche Geschlechtsidentitäten nach.
      Das machen nur wir, weil wir mit unseren Empfindungen nicht in das Raster passen, in das wir gezwängt werden. Dadurch überhaupt fällt uns auf, dass wir so etwas wie eine Geschlechtsidentität haben, weil wir an die Mauern stoßen, die uns einengen. StiNos stoßen an diese Mauern nicht, weil sie in das jeweilige Raster im großen ganzen hinein passen.

      Sie schreiben:
      “Ich konnte es auch 29 Jahre nicht beweisen und ängstigte mich davor, irgendwann geschnappt zu werden, in der Psychiatrie zu landen und mit Hormonen, Elektroschocks oder der Lobotomie gefoltert zu werden.”

      Das ist tatsächlich geschehen. Es ist in der Literatur dokumentiert, dass “Transsexuelle” mit Leukotomie behandelt worden. Für einen Fall kann ich eine Literaturstelle vorlegen.
      Mit Elektroschocks wurde ‘eh alles “behandelt”, was abweichend war, Schwule und was man dem zuordnete sowieso.

      Sie schreiben:

      “Das sieht man bei manchen Transsexuellen, die eindeutig keine Östrogene produzieren, jedoch im Mutterleib diesen verstärkt ausgesetzt waren, dass diese Menschen durch diese Hormone lebenslang geprägt wurden.”

      Die lebenslange Prägung stimmt. Aber – sowohl Hoden als auch Eierstöcke produzieren Testosteron und Östrogene, jedoch in unterschiedlichen Mengen.

      Sie schreiben:

      “Nachhaker: Du forderst, dass sie Dir glauben, wer Du bist, denn nur Du weißt das. Ich weiß auch wer ich bin, solange ich das jedoch nicht mit dem 3. offiziellen Geschlechtseintrag beweisen kann, ist jedes Wort was ich spreche völlig unglaubwürdig und beweis einer psychischen Erkrankung. Vor Gericht so zu stehen, bedeutet, Machtmissbrauch schutzlos ausgeliefert zu sein.”

      Ja – das ist leider so. Im Gericht sitzen Juristen, die die Partei Arzt als Sachverständigen nehmen, ohne dessen Aussagen zu prüfen. Es ist bei diesen Richtern scheiß egal was Du vorträgt. Du hast es dort mit Leuten zu tun, denen kannst Du die Diagnose Hexe verkaufen, Du must sie nur “psychische Störung” nennen und nicht Hexe und schon gründen sie darauf eine gerichtliche Entscheidung.

      Bei sogenannten “Transsexuellen” wird von Seiten der EU die Zwangssterilisation und diese als Diagnostik und Begutachtung ausgegebene Fremdbestimmung über die Gestaltung fremden Lebens als Menschenrechtsverletzung kritisiert:

      “Menschenrechtskommissar des Europarates Thomas Hammarberg kritisiert Zwangssterilisationen ”

      Quelle: http://atme-ev.de/index.php?option=com_content&view=article&id=47:eu-menschenrechtskommissar-thomas-hammarberg-kritisiert-zwangssterilisationen&catid=2:politik&Itemid=2

      Das gilt auch für die hier gegenständlichen Zwitterbehandlungsprogramme.

      Man muss sich das mal vergegenwärtigen – während diese Menschenrechtsverletzungen selbst von Seiten Internationaler Stellen wie der EU kritisiert werden,
      besitzen hier die Vertreter der Ärzteschaft immer noch den Mut, dies als medizinisch auszugeben.

      Medizinisch sind nur die Techniken. Die dahinter stehenden Motivationen zielen auf “stabile”, “eindeutige” soziale jurisitische Geschlechtszugehörigkeit, auf die Verhinderung von Abweichungen, sind also das, was man rassistisch nennt.

      mfG

      • Reno sagt:

        Klar, sonst würde ich ja auf Frauen abfahren, was nicht der Fall ist. Aber dass das schon Money wusste und bis heute “behandelt” wird ist schon krass. Die armen Kinder, all die armen Menschen.
        Danke für die Antwort, sehr interessant. Würde gerne mit Dir in Verbindung bleiben nach diesem Diskurs. Weiß aber nicht wie.

  9. Nachhaker sagt:

    Hier muss ich noch mal etwas klarstellen.

    Ich schrieb:

    “Schon John Money hat in einer seiner Arbeiten während sein Experiment an David Reimer lief, festgestellt, dass bei AGS eben nicht nur das Äußerliche durch die Nebennierenhormone verändert ist, sondern auch die Psyche, die Richtung in die man sich verliebt und auch die Geschlechtsidentität.”

    Das heißt nicht, dass das bei allen AGS in nennenswertem Ausmaß geschieht oder bei allen die Geschlechtsidentität und/oder die Richtung in die man sich verliebt umgedreht ist. Das ist bei jedem etwas anders und niemand kann das voraussagen.

  10. C.LARA sagt:

    @Nachhaker,
    ja, Androgene wirken bei sogenannter “Kompletter Androgenresistenz”. Wie sie genau in den Zellen wirken ist nicht veröffentlicht. Es gibt aber schon Forschungen zur Wirkweise von Androgenen in Körperzellen.
    Ich selbst hätte mich vor der Kastration nicht so gesund und hochleistungsstark entwickeln können, wenn Androgene bei “CAIS” nicht wirken würden.

    Der medizinische “Fachausdruck” ist falsch und irreführend und bezieht sich ausschließlich darauf, an den sekundären Geschlechtsmerkmalen die eher männlichen Ausprägungen eben überhaupt nicht zu bekommen (Bartwuchs, Penis (in sogenannter Normalgröße), Hodensack, Körperbehaarung intim). Wie genau die anderen mehrere hundert “Stellen” den Androgenrezeptors funktionieren ist für die “CAIS”-Aussage völlig nebensächlich.
    Daheh haben Sie Recht, “Komplette Androgenresistenz” gibt es nicht. Da ist Augenwischerei.

    Und… dass die sogenannten Hairless-momen menschen nicht kastriert werden sollten, wegen Verlust der Libido und vieler anderer Probleme wussten Mediziner bereits 1967 und früher.

    Ich unterstelle mal:
    Weshalb werden noch heute Kleinstkinder kastriert? Neben den fragwürdigen gesellschaftlichen Effekten (Zwitter gibt es nicht, wir machen IHNEN ein Mädel oder einen Buben) bringt eine Operation für die Klinik auch viel Geld. Erst recht, wenn das zu operierende Kind sehr klein ist. Das ist aufwendiger und komplizierter, demnach teurer.
    Arme Medizyner. Sie in solche Konflikte gestürzt zu sehen.

  11. C.LARA sagt:

    Ergänzung:
    Arme operierende Medizyner.

    Es sind nicht alle schlecht. Vielen verdanke ich mein Leben und meine es ehrlich.
    Deshalb niemals alle beschuldigen…. Das ist grundverkehrt und nicht in meinem Interesse. Ich will Kooperation und Verstehen und Lernen.
    … wobei ich für Experimente nie wieder zu Verfügung stehe. Einmal unfreiwillig reicht.

    • Nachhaker sagt:

      Es sind nicht alle schlecht – zum Glück.

      Aber ich kann einem Arzt oder Psychologen nicht mehr unbefangen gegenübertreten, weil ich nicht weiß, wer hinter der Fassade steckt.

  12. “Es sind nicht alle schlecht. Vielen verdanke ich mein Leben und meine es ehrlich.
    Deshalb niemals alle beschuldigen…. Das ist grundverkehrt und nicht in meinem Interesse. Ich will Kooperation und Verstehen und Lernen.
    … wobei ich für Experimente nie wieder zu Verfügung stehe. Einmal unfreiwillig reicht.”

    Danke für diese Richtigstellung. Pauschalverurteilungen lehne ich auch ab. Ich habe zum Glück auch Medizinner_innen gefunden, die nachdenken, beraten und mit denen ich entscheiden kann, was ich möchte. Ich würde nicht einmal Ärzten, die unsinnige und furchtbaren Willen unterstellen, die Absicht bleibt, der Vorsatz auch und die mangelnde Beratung ist meistens Programm.

    Einen Nachsatz noch zu CAIS: Es handelt sich nicht um eine Besonderheit eines “Nicht-wirken-könnens” von Androgenen, sondern um eine besondere Insensität, die sich als eine eigene Form einer Eiweißbrücke, die u.a. Androgene in die Zellen transprortiert oder eben nicht immer und nicht überall. Es ist viel komplizierter als man denkt…

    Aber auch das ist off-topic hier…

    Viel ist gesagt… wer soll da noch durchsteigen….

  13. Ich möchte all die, die gerne weiter schreiben möchten, auch Gedanken, die hier nicht so richtig rein passen oder sich auf der eher persönlichen Ebene sind nicht hier, sondern unter folgender Adresse zu posten:

    http://www.intersexuelle-menschen.net/IMEVForum/viewforum.php?f=14

  14. C.LARA sagt:

    Sehr geehrte Redaktion,
    ich bitte um Löschung meiner Beiträge vom 23.7.11 um9:59 und 24.7.11 um 8:35
    folgt: keine Instrumentalisierung (mehr) möglich.
    Danke.

  15. C.LARA sagt:

    Sehr geehrte Redaktion,
    auf Wunsch von Skywalker bitte ich, meine Beiträge nicht zu löschen.
    @Nachhaker und andere
    ich will nicht instrumentalisiert werden. Lassen Sie mich bitte aus eigenen Überlegungen raus. Manche Bezüge verfälschen meine Beiträge dann im Zusammenhang. Das will ich nicht, will nicht benutzt werden. Ich habe meine eigenen inter – Erfahrungen.
    Danke.

    • Redaktion sagt:

      Dieser Kommentar von Nachhaker wurde auf seinen Wunsch hin gelöscht.

    • Nachhaker sagt:

      verflucht. es muss Leitlinie Störungen der Geschlechtsentwicklung heißen
      Bitte meinen Kommentar vom 25. Juli 2011 um 23:25 LÖSCHEN.

      Ich hatte als Reaktion auf die Ausführungen von CLARA zu meiner ausführlichen Stellungnahme zum Beitrag von Frau Schweizer einen ergänzenden Beitrag angefügt, der einen Link hierher enthält mit dem Hinweis auf die Ausführungen hier zur CAIS, weil diese nicht mit den von mir der Leitlinie Störungen der Geschlechtsentwicklung entnommenen Angaben übereinstimmen.

      Ich habe das nochmals etwas deutlicher formuliert, um diese Dinge entsprechend richtig zu stellen.

      Außerdem habe ich nicht die Absicht jemanden zu instrumentalisieren.

      Es sehen manche nicht, wie gefährlich die Positionen von Frau Schweizer sind, dass damit versucht wird, die Entrechtung und Kontrolle von Zwittern weiter aufrecht zu halten. Außerdem kann nach den Ausführungen von Frau Schweizer eine Geschlechtszuweisung auch nie falsch sein, da sich eine Geschlechtsidentität “entwickelt”.

      Ich könnte – auch angesichts dessen, was ich selbst durchgemacht habe – heulen, wenn ich dann lese, dass Frau Schweizer auch noch zugejubelt wird. Und ich habe genug traumatische Erfahrungen und kann weitere nicht gebrauchen.

      Könnte es nicht sein, dass Ihr Euch instrumentalisieren lasst für vermeintlich fortschrittliche Ideen, die in Wahrheit die “wissenschaftliche” Grundlage der “endgültigen” bzw. wie es Frau Schweizer etwas abgewandelt propagiert “stabilen”, Geschlechtszuweisungen ist?