Eine Woche extra. Der Diskurs wird verlängert

Die Debatte ist lebhaft. Die Zahl der Besucher und Kommentare wächst – gerade in den letzten Tagen. Zu dem gab es wiederholte Anfragen aus dem Diskurs das Angebot zu verlängern. Der Ethikrat kommt diesen Wünschen gerne nach. Bis zum 7. August gibt es nun Gelegenheit den Debatten und Kontroversen zu folgen und mit eigenen Kommentaren aktiv mitzuwirken.

Im Anschluss an die öffentliche Expertenanhörung am 8. Juni startete der Deutsche Ethikrat den Online-Diskurs zum Thema Intersexualität. Experten und Betroffene kamen in über 40 Artikeln und Debattenbeiträgen zu Wort. Mehr als 500 Kommentare sind in den letzten acht Wochen eingegangen. Eine ungeahnte Fülle an Positionen, Meinungen, kontroversen Standpunkten und Erfahrungsberichten. Gerade in der zurückliegenden Woche verstärkte sich die Dichte der Debatte noch einmal auffällig. Zum einen, da das hochproblematische Thema der chirurgische Behandlung von Neugeborenen und Kleinkindern noch einmal kontrovers diskutiert wurde, zum anderen, da sich die Gruppe der Kommentierenden noch einmal stark vergrößerte. Um dieser Diskursintensität Rechnung zu tragen, verlängert der Deutsche Ethikrat das Onlineangebot um eine Woche. Auch danach wird der Diskurs für alle interessierten Leser_innen öffentlich bleiben. Jedoch wird es keinen weiteren Artikel mehr geben. Auch die Kommentarfunktion wird dann deaktiviert. Nicht zuletzt weil die dokumentierten Ergebnisse in großem Umfang in die Stellungnahme des Deutschen Ethikrats gegenüber der Bundesregierung einfließen werden.

Themenschwerpunkt: Allgemein

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2 Kommentare zu Eine Woche extra. Der Diskurs wird verlängert

  1. Reno sagt:

    Ich möchte Ihnen danken für diesen Diskurs und noch einmal klarstellen, dass niemand das Recht hat, über unsere Existenz zu werten. Dass die Natur Mutationen braucht, ist eine Tatsache, die es ausschließen sollte, einen tieferen Sinn der Entstehung von Hermaphroditen abzusprechen.

    Es sollte nicht darum gehen, zu werten über eine Realität, wenn sie Menschenleben betrifft. Eine Wertung ist immer gegen die Gleichstellung. Niemand hat das Recht dazu.

    Die bestehenden Gesetze sollen Menschen schützen, demnach auch uns. Die Behandlungen sind Menschenrechtsverletzungen und niemand hat das Recht, Entscheidungen zu treffen für einen anderen Menschen. Das Geschlecht eines Menschen ändern zu wollen, ist Gehirnwäsche, Folter und letztlich Genozid.

    Eine Einteilung in nur 2 Geschlechter ist als rechtliche Grundlage entstanden, wodurch die Diskriminierung von Hermaphroditen logisch erklärbar wird. Da wir jedoch existieren, muss das Geschlechtersystem ausgeweitet werden. Diskriminierungen sollten als Straftatbestand gewertet werden. Menschen sollten vor jeglicher Diskriminierung geschützt werden, da sie leidensfähig und zu Selbstmord fähig sind. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, in dem für ihn richtigen Geschlecht frei und geschützt leben zu dürfen. Es findet jedoch eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes statt, es ist sogar ein lohnendes Geschäft geworden. Das ist perverse Gewaltökonomie und muss unter Strafandrohung verboten werden, erst recht, wenn es uneinwilligungsfähige Babys und Kinder betrifft. Die Bevölkerung muss aufgeklärt werden, damit in Zukunft ein respektvolles Miteinander diese Praxis beendet.

    Jeder anerkannte Mensch wird verstehen, dass es auch ihn hätte treffen können und wir uns nur durch das Geschlecht unterscheiden und sonst durch nichts.

  2. MichelReiter sagt:

    Ich möchte Ihnen auch für diesen Diskurs danken, den ich nicht einfach, will heissen stressfrei empfand. Zu viele Unbekannte waren im Spiel, die Rollenverteilungen kristallisierten sich erst im Laufe der Zeit. Ich bin sehr gespannt auf den Endbericht.

    A propos Zeit, in der chismon 08/11 als Zeitbeilage dieser Woche steht ein Artikel über Sarrazin-Country in Bremen Osterholz-Tenever und seinen Musikunterrricht, sehr lesenswert. Sarrazin ist wahrlich kein Sozialromantiker, aber die mit Intersex befassten Ärzte übertreffen ihn bei weitem schon beim Lesen, geschweige denn in der Tat.

    Ein Glück, dass die Ärzte aus dem Forschungsbereich kamen, so konnte man sie wenden. Das ist bei Sarrazin vielleicht schwieriger, will aber auch gelingen (siehe Artikel oben).