Kinder haben Rechte

Prof. Dr. Claudia Wiesemann ist Direktorin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen. Sie forscht zu Kinderrechten in der Medizin. In diesem Artikel beschäftigt sie sich mit den Rechten von Kindern, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen. In ihrem Artikel bezieht sie sich auf die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die bereits im Jahr 1989 verabschiedet wurde.

Kinder haben Rechte, auch in der Medizin. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1989 fordert ein Recht jedes Kindes auf körperliche Unversehrtheit, auf bestmögliche Förderung seiner Interessen, familiäre Unterstützung, freie Meinungsäußerung und Teilhabe an Entscheidungen, von denen es selbst betroffen ist. Deutschland ratifizierte diese Konvention 1992.

Erwachsene sind oft gefangen in der Ambivalenz der Wünsche, dem Kind ein Leben in Normalität zu ermöglichen und zugleich seiner Besonderheit ausreichend Raum zu lassen. Wenn bei Eltern oder Ärzten soziale Normen den Ausschlag für ihr Handeln geben – wie bei den geschlechtsangleichenden Operationen intersexueller Kinder – dann kann das destruktiv sein, dann wird das Kind an die Gesellschaft angepasst, obgleich sich die Gesellschaft dem Kind anpassen sollte.

Der Preis, der vielen intersexuellen Menschen in den vergangenen Jahrzehnten für ihre ‘Normalisierung’ abverlangt wurde, war zu hoch. Sie bezahlten mit der Vertuschung und Verheimlichung ihrer Lebensgeschichte, mit dem Verlust ihrer Fortpflanzungsfähigkeit und der Einschränkung ihres sexuellen Erlebens, mit der Erfahrung, dass ihre Schamgrenzen nicht respektiert wurden, mit einem Leben in Beschämung über ein Anderssein, das nicht sein durfte, und der Qual, den Hoffnungen der Eltern nicht zu entsprechen, schließlich mit einer tiefgreifenden Entfremdung des Kindes von sich selbst als Mensch und als geschlechtliches Wesen. Die ursprüngliche Strategie einer operativen ‘Normalisierung’ im Verbund mit einer erzieherischen Normierung des Bewusstseins des Kindes von sich selbst hat nicht gehalten, was sie versprach. Die Berichte der heute Erwachsenen über ihre Traumatisierungen sprechen eine zu eindeutige Sprache.

Die Gesellschaft muss ihre starren Rollen- und Verhaltenserwartungen gegenüber Männern und Frauen in Frage stellen, um die Stimme des intersexuellen Kindes vernehmen zu können. Das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würdeschutz muss respektiert werden. Und nur, wenn Kinder als wissende Akteure, als Experten ihrer eigenen Lebensgeschichte ins Geschehen einbezogen werden, können wir erfahren, was für sie hilfreich ist.

Doch eines sollten wir nicht reflexhaft tun: Wir sollten nicht ganz selbstverständlich die Interessen des Kindes zugunsten der Wünsche des späteren Erwachsenen hintanstellen. So wichtig es ist, dem Erwachsenen, der das Kind einmal sein wird, die Verfügungsgewalt über sein Leben zu erhalten, so wichtig ist es auch, die Bedürfnisse des Kindes nicht zu hintergehen. Die Rechte des Kindes zu respektieren heißt, sie hier und jetzt zu respektieren. Das Kind braucht – wie die Kinderrechtskonvention betont – seine Familie als Schutzraum seiner Entwicklung; es braucht Verlässlichkeit, Geborgenheit, Zugehörigkeit. Die Menschenrechte des Kindes zu beschneiden, um den Menschenrechten des zukünftigen Erwachsenen Genüge zu tun? Das wäre grausam und kann der Sache nicht dienlich sein.

 

Prof. Dr. Claudia Wiesemann ist Direktorin der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie leitete die Arbeitsgruppe ‘Ethik und Intersexualität’ im Netzwerk Intersexualität. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Foto: flickr/ oemebamo

Themenschwerpunkt: Aufklärung & Einwilligung, Medizinische Eingriffe

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Weitere Artikel: Jenseits von Mann und Frau – Anhörung des Deutschen Ethikrates zum Thema Intersexualität, Das Recht auf Selbstverortung,

10 Kommentare zu Kinder haben Rechte

  1. Reno sagt:

    Die Kinder kommen nicht mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt, sie kommen eindeutig als Hermaphrodit auf die Welt!

  2. C.LARA sagt:

    Was genau soll es bedeuten, nicht die “Menschenrechte des Kindes zu beschneiden, um den Menschenrechten des zukünftigen Erwachsenen Genüge zu tun?”

    Hier bleibt ja wohl viel offen. Wer berät denn das Kind, so dass es sicher in seinen Entscheidungen sein kann? Wie sicher kann ein Kind sein? Ab wann will es in Ruhe gelassen werden/ gefallen und/oder keine Umstände mehr machen?

    Es geht hier doch um Teilnahme an einer informierten Entscheidung. Wie informiert kann ein Kind sein, wenn ein durchschnittlicher Erwachsener kaum die Bedeutung der Kosequenzen erfasst. Kein Kind kann die Folgen eines Sensitivitätsverlustes eines Penis/ der Klitoris abschätzen, oder abschätzen, was es bedeutet, wenn die hormonproduzierenden Organe entfernt werden – ohne Not.

    Dieser Bereich ist bis nach der Pubertät ja noch nicht durchdacht und muss erst erlebt werden.

    Wenn allgemein Kinder bereits mit 6 oder 10 wüssten, was wirklich gut für sie ist, wären sie vorher schon mündig (gemeint ist: volljährig).
    Dies ist aber für das Leben nicht mal mit 14 (Strafmündigkeit) so verankert.

    Nächste Fragestellung dazu:
    Wie genau passiert die Aufklärung darüber, welche Hormone genommen werden müssen und ab wann sie genommen werden müssen und wer überwacht das? Und wer weiß genau, wie viel die herausgenommenen (eigenen) Organe später an welchem Hormon produziert hätten.
    Wer will sich anmaßen, das abzuschätzen, darüber zu urteilen?

    Genau dies passiert aber wohl heute täglich, wenn nicht dem Problem aus dem Weg gegangen wird und einfach irgendwas versucht wird oder mit Beginn der Pubertät der Klassenkameraden jetzt auch eine Pubertät eingeleitet wird… sarkastisch: Nur ganz wenig kontrolliert natürlich und mit möglichst viel Freiraum für die Entwicklung des Kindes (in eine Richtung).

    Es ist richtig, dass ein Kind seine Familie als Schutzraum braucht.
    Es wird aber wohl kompliziert, wenn die Familie Schwierigkeiten damit hat, das Kind so anzunehmen, wie es ist. Wer schützt dann das Kind vor der Einflussnahme in die “ach so gern gewollte” Richtung? Dann ist der Schutzraum des Kindes in dieser Hinsicht nicht in dieser Familie.

    Ein Beispiel zur “Aufklärung” und Einwilligung:
    Fragt der Mediziner den 12 jährigen Hermaphroditen (weibliches Erscheinungsbild): “Na, wie soll es denn mit der Regelblutung sein?” “Hä? (kicher)” “Nun ja, du willst doch sicher nicht bluten, oder? Wer will das schon.” “Nein” “Das ist ja gut, das wir das geklärt haben. Dann ist da nur noch was in deinem Körper, was Krebs geben kann, das muss raus.” “ok”

  3. YMOR sagt:

    Das klingt ja alles so toll. Die Kinder mit einbeziehen. Aber wenn es dann ans Eingemachte geht, ist das doch alles nur Gerede. Was heißt denn einbeziehen? Wenn man das Kind fragt “Du willst doch bestimmt ein Mädchen sein?”. Oder indem es zu einer Entscheidung gezwungen wird, was es mal werden will, wenn es groß wird?

    Was ich mir im Nachhinein wünschte? Das man mich einfach so gelassen hätte, wie ich war. Perfekt. Ich war nicht krank und es bestand kein Behandlungsbedarf.

    Und wenn man mich als Kind gefragt hätte, dann wäre nämlich das rausgekommen:
    6 Jahre: Ich will ein Junge sein. Ich find Mädchen doof.
    9 Jahre: Ich will ein Vampir sein.
    13 Jahre: Ich will ein Mädchen sein. Ich will mal Kinder kriegen.
    18 Jahre: Ich will unsichtbar sein.
    32 Jahre: Ich bin wie ich bin. Eigentlich perfekt, nur eben verdammt noch mal kastriert, physisch wie psychisch.

    Jede Entscheidung hat Konsequenzen, die nur leider immer wieder die Betroffenen tragen. Denn dann heißt es ganz läppisch “Du wolltest es doch so!” Das ist einfach nur zum Kotzen.

  4. Redaktion sagt:

    Der an dieser Stelle veröffentlichte Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Allgemeinen Nutzungsbedingungen gelöscht.

  5. Immer wieder dasselbe …

    Genährt von der Hoffnung, dass sich endlich mal was ändert, hatte ich zuerst den Eindruck, dass hier jemand die Praxis der “Behandlung” von “intersexuellen Menschen” kritisiert (vor allem weil sich Claudia Wiesemann in der Vergangenheit schon klarer dazu geäußert hat, zum Teil auch am letztjährigen Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates).

    Aber wenn dann schon zu Beginn vom “Preis” gesprochen wird, der “zu hoch” war, dann suggeriert dies, dass alles besser wäre, wenn man das Ganze nur etwas “günstiger” verkaufen würde.

    Dass der “intersexuelle Mensch” dabei in den allermeisten Fällen nicht “Käufer” war, der selbst entscheiden konnte, ob er etwas “kaufen” will, und falls ja, zu welchen Konditionen, wird natürlich nicht explizit erwähnt, sondern es wird durch die schiefe Metapher vielmehr das Gegenteil impliziert.

    Was – wen wundert’s – gut zum scheinbar obligaten relativierenden Fazit passt:

    “Wir sollten nicht ganz selbstverständlich die Interessen des Kindes zugunsten der Wünsche des späteren Erwachsenen hintanstellen. So wichtig es ist, dem Erwachsenen, der das Kind einmal sein wird, die Verfügungsgewalt über sein Leben zu erhalten, so wichtig ist es auch, die Bedürfnisse des Kindes nicht zu hintergehen. [...] Das Kind braucht – wie die Kinderrechtskonvention betont – seine Familie als Schutzraum seiner Entwicklung; es braucht Verlässlichkeit, Geborgenheit, Zugehörigkeit. Die Menschenrechte des Kindes zu beschneiden, um den Menschenrechten des zukünftigen Erwachsenen Genüge zu tun? Das wäre grausam und kann der Sache nicht dienlich sein.”

    Aha: dann stattdessen lieber das Kind selbst “beschneiden”, um – äh, welche nun genau? – Menschenrechte zu wahren … ? Und obendrein noch um “Grausamkeiten” zu vermeiden? Hallo?

    Als Betroffene empfinde ich solche vermeintliche Kritik an der “Behandlung” Zwischengeschlechtlicher jedes Mal aufs Neue als betäubenden Schlag ins Gesicht, als Fortführung des mir seit meiner Kindheit angetanen Unrechts.

    Schwammige Aussagen und Interpretationen dieser Art, die dann Medizynern postwendend als Rechtfertigung für weitere Verstümmelungen dienen, muss ich mir jedoch ständig anhören oder sie lesen, sobald “wissenschaftliche Experten” bestellt werden und ich mich an einem solchen Diskurs beteiligen will.

    Ebenso den rhetorischen Kniff mit dem relativierenden täterfreundlichen Fazit, dieser findet sich zum Beispiel auch in den “Ethischen Grundsätzen und Empfehlungen” der Arbeitsgruppe Ethik des Netzwerk Intersexualität/DSD (Leitung: Claudia Wiesemann, juristische Expertin: Sonja Rothärmel).

    In diesen “Ethik-Empfehlungen” heißt es betreffend juristische Rechte der Kinder abschließend kurz und knapp: “Rechtlich steht letztlich den Eltern die Entscheidung zu.”

    Was dann die aktuelle AWMF-Leitlinie 027/022 “Störungen der Geschlechtsentwicklung” im Abschnitt “Chirurgische Therapie” prompt ebenfalls abschließend zitiert, und worauf sich seither Medizyner unvermeidlich jedes Mal berufen, sobald Betroffene es wagen sollten, die Rechtmäßigkeit der Kinderverstümmelungen anzuzweifeln.

    Ja, ja, “Kinder haben Rechte”, aber “Erwachsene sind oft gefangen in der Ambivalenz der Wünsche” usw., und das muss man doch auch respektieren, denn: “Eltern haben auch Rechte!” (Kinderchirurgin Susanne Krege, Leiterin Kinderurologie Krankenhaus Maria Hilf Krefeld, an einem “Ethik”-Vortrag am UK Aachen 30.05.2011, unter Berufung auf … – genau, die “Netzwerk-Empfehlungen”).

    Und tja, wenn die Eltern ein unverstümmeltes Kind halt einfach nicht wollen, dann wäre es in diesem Fall doch unmenschlich, ja “grausam”, dem Kind den “Schutzraum der Familie” und “ein Leben in Normalität” böswillig versagen zu wollen, oder?

    Diese unsägliche und für alle Betroffenen schlichtweg unerträgliche Verdrehung, “grausam” (oder gar “Gewalt”) seien in Tat und Wahrheit nicht etwa die Genitalverstümmelungen an Kindern und deren lebenslange Folgen, sondern “grausam” (oder gar “Gewalt”) sei es im Gegenteil, Kinder unverstümmelt aufwachsen zu lassen, und das alles unter Berufung auf Kinderkonvention, “Kindeswohl” und sonstigen “Schutz der Kinder”, das ist leider ebenfalls keine einmalige Entgleisung, sondern seit Jahr und Tag in Diskursen mit Medizynern und “Experten” offensichtlich unvermeidlich.

    Stellvertretend nur zwei weitere aktuelle Beispiele:

    “Ich stelle mir einen Schulhof vor. Jetzt stellen Sie dort ein Kind hinein, das keine Zuordnung Junge oder Mädchen hat. Dieses Kind setzen Sie einer Situation aus, in der es extrem verletzlich ist. Sie wissen, wie grausam Kinder sein können. [...] Wenn Sie in unserer Gesellschaft nur einen Arm haben, dumm sind oder an einem Herzfehler leiden, dann wird die Gesellschaft das akzeptieren. Wenn Sie aber keine klaren Aussagen über Ihr Geschlecht treffen können, dann wird Ihnen die Gesellschaft übel mitspielen. [...] Und ohne die Möglichkeit, eindeutig wahrgenommen zu werden, ist das Leben extrem grausam und meiner Meinung nach auch nicht zu bewältigen.” (Kinderchirurg Pierre Mouriquand, Referent am diesjährigen “3rd EuroDSD Symposium” in Lübeck, Arte 08.10.2010. – Immerhin gibt Pierre Mouriquand im selben Interview wenigstens zu, dass es “Augenwischerei” wäre, zu behaupten, “dass sich bei einer Klitorisreduktion die Empfindsamkeit nicht verändern würde”.)

    “Wenn sie eine Patientin nicht operieren, etwa ein Mädchen mit Adrenogenitalem Syndrom, von denen wir wissen, dass sie sich als Mädchen entwickeln werden, das wäre eine Art von Gewalt, dieses Kind nicht zu operieren, weil es sonst Jahre einer sehr schwierigen Entwicklung mit einem uneindeutigen Genitale durchmachen muss.” (Heiko Krude, stellvertretender Direktor Otto-Heubner-Centrum, Charité Berlin, Deutsche Welle 16.05.2011)

    Kein Wunder, haben die meisten Zwangsoperierten wenig Lust und auch nicht die Kraft, sich solchen in mehrerer Beziehung grauenhaften und grausamen Diskursen auszusetzen – obwohl rege Beteiligung gerade deshalb umso nötiger wäre!

    • Reno sagt:

      Und ohne die Möglichkeit, eindeutig wahrgenommen zu werden, ist das Leben extrem grausam und meiner Meinung nach auch nicht zu bewältigen.” (Kinderchirurg Pierre Mouriquand, Referent am diesjährigen “3rd EuroDSD Symposium” in Lübeck, Arte 08.10.2010. – Immerhin gibt Pierre Mouriquand im selben Interview wenigstens zu, dass es “Augenwischerei” wäre, zu behaupten, “dass sich bei einer Klitorisreduktion die Empfindsamkeit nicht verändern würde”.) Recht hat er, aber er hätte zu dem Schluss kommen müssen, dass Hermaphroditen auch als solche eindeutig wahr genommen werden wollen, auch von ihm selbst. Dann wäre er zum Verfechter der Wahrheit geworden und hätte der Regierung mitgeteilt, dass er den eindeutig zweigeschlechtlichen Eintrag für berechtigt erachtet, denn sonst ist das Leben extrem grausam …

      “Wenn sie eine Patientin nicht operieren, etwa ein Mädchen mit Adrenogenitalem Syndrom, von denen wir wissen, dass sie sich als Mädchen entwickeln werden, das wäre eine Art von Gewalt, dieses Kind nicht zu operieren, weil es sonst Jahre einer sehr schwierigen Entwicklung mit einem uneindeutigen Genitale durchmachen muss.” (Heiko Krude, stellvertretender Direktor Otto-Heubner-Centrum, Charité Berlin, Deutsche Welle 16.05.2011) Krasser Schwachsinn, 1. entwickelt sich ein AGS`ler ohne Behandlung zu einem eindeutigen Hermaphroditen, spätestens mit 18 hören die auf, die Medikamemte zu schlucken, 2. will sicher keiner kastriert oder sonstwie beschnitten werden, never nur weil ihr wollt, dass wir dann Jahre einer…

      Wau, dann machen sie sich ans Werk, das Kind in Narkose, es wird munter im Schlaf Zeugungs- und Sexunfähig gemacht. Da fällt einem nichts mehr ein. Zwei Schüsse in den Hinterkopf täten es schneller, billiger und schmerzloser. Dann darf er jahrelang leiden und muss sich noch selbst die Kugel geben, tut es nicht, grad zum Trotz. Völlig krank, Ärzte fragen, was die Eltern wollen, darf es zum Mädel oder Buam umgebaut werden, was wollen Sie denn. Das das ein Mensch und keine Plastikpuppe ist, fällt denen wohl gar nicht mehr auf. Schei…-Schwachm…, sagt den Eltern, dass sie einen Hermaphroditen haben, tragt das Kind so ein und gut.

  6. folke sagt:

    Nach meiner Ansicht ist es wichtig, sowohl das Wohl und die Rechte des Kindes als auch das Wohl und die Rechte des erwachsenen Intersexuellen im Auge zu haben. Bei jeder Entscheidung, die man trifft. Unnötig zu erwähnen, dass keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist.
    Ein durch wiederkehrende medizinische Behandlungen (mit OP) oder durch verschreckt verschämte Eltern (ohne OP) verstörtes Kind wird sich schwerlich zu einem unbeschwerten Erwachsenen entwickeln können.
    Die Realität sieht doch so aus, dass vielfach die Eltern einige Informationen bekommen, welche die meisten kaum verstehen und dann mit ihrem Kind nach Hause geschickt werden, bis zum nächsten Besuchstermin.
    Je nachdem, wie offen ihre eigene Einstellung in Bezug auf die Welt ist, wird dann mit dem Kind verfahren.

    Obwohl ich selbst ein OP-Gegner bin, finde ich es grausam, ein OP-Verbot zu erwirken, ohne eine Unterstützung der Familien zu geben.

    Es dauert einige Zeit bis Eltern die Thematik begriffen haben. Dazu gehört auch sich mit der eigenen Geschlechtlichkeit auseinanderzusetzen. Viele schaffen es nicht alleine sondern brauchen Hilfe in Form von Gesprächen.
    Sind sie diesen Weg aber gegangen, werden sie stark genug sein, ihr Kind entsprechend aufzuklären und zu unterstützen, damit es das Selbstbewusstsein entwickeln kann zu sagen: “Ich bin wie ich bin und das ist gut so!”

    Aus Erfahrung weiß ich:
    Die Prioritäten liegen bei Kindern übrigens nie dort, wo Erwachsene sie meistens vermuten.
    Lassen wir die Kinder doch einmal zu Worte kommen. Sie machen sich schon ihre eigenen Gedanken.

  7. Reno sagt:

    Scheinbar ist es ein grausamer Akt für jede Familie, als Hermaphrodit zur Welt zu kommen. Ich fordere die Menschheit auf, sich zu zivilisieren. Nach über 30 tausen Jahren ist das wohl kaum zu viel verlangt.

    Wenn die Kindheit (ca. 10/12 Jahre) über dem restlichen Leben steht, stimmt hier die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.

    Die OP`s werden deswegen von der Medizinerschar so früh durchgeführt, weil früher die Herms und auch deren Eltern die Behandlung abbrachen und nie wieder auftauchten. Die Eltern gewöhnen sich daran, sie müssen sich eben zivilisieren, was jeder Mensch in seinem Leben sollte. Mir ist es ein Rätsel, warum die Menschheit nicht nach Höherem strebt, die Vergangenheit lehrt uns doch, dass wir den falschen Weg beschritten. Die Umkehr ist unumgänglich.

    Wenn den schwächsten, kleinen Babys, die sich nicht wehren können, die grausamsten Dinge angetan werden, ist der Weg einfach falsch.
    Der richtige Weg kann nur sein, Schaffung eines 3. Geschlechtereintrages, dadurch ist eine “Behandlung” unnötig, die Menschen werden aufgeklärt und Dramen verhindert.

  8. Redaktion sagt:

    Der an dieser Stelle veröffentlichte Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Allgemeinen Nutzungsbedingungen gelöscht.

    • Reno sagt:

      Das ist Folter, wir operieren Dich so lange, bis du zu dem wirst, was wir wollen. Das Kind weiß es aber nicht, es kann nur so sein wie es ist, niemand kann sein Geschlecht wechseln, jede Zelle dieses Menschen ist programmiert. Dann folgt Psychiatrie, damit das Kind 1. weiß, als was für ein Geschlecht es jetzt leben muss und vielleicht Tipps, verhalte Dich so wie deine Klassenkamaraden/-dinnen. Wenn der Druck nicht ausreicht, um den Menschen zu brechen, damit er sein Geschlecht irgendwie ändert, folgen dann Elektroschocks oder die Lobotomie? Sehen die den Kindern nie in die Augen und fühlen sie nicht wenigstens, dass sie ein Verbrechen begehen, wie kann sowas sein?